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Therapien/Beratungen
Beobachten, die einzige Meditation
Die einzige Meditation, die es gibt: Beobachten
Nicht "das Denken stillhalten", sondern ohne Denken sein.
Auch wenn du vielleicht nicht sicher weißt, ob die verschiedenen ortsansässigen Lehrer falsch oder richtig sind, wenn deine eigene Basis fest und echt ist, werden die Gifte falscher Lehren dir nicht schaden können, das "halte dein Denken still" und das "vergiss deine Sorgen" eingeschlossen. Wenn du immer "beunruhigende Sorgen vergißt" und "das Denken still hältst", ohne das Denken an Geburt und Tod zu zerschlagen, dann werden die trügerischen Einflüsse von Form, Empfindung, Wahrnehmung, Wollen und Denken sich ihren Weg bahnen, und du wirst unweigerlich Leere in zwei teilen.
Lass los und mach dich ganz ganz weit. Wenn alte Gewohnheiten plötzlich auftauchen, setze nicht dein Denken ein, um sie zu unterdrücken. In eben diesem Moment ist es wie eine Schneeflocke auf einem rotglühenden Ofen. Für diejenigen mit scharfem Auge und geübter Hand, ein Sprung, und sie springen ins Freie.
Erst dann lernen sie den Spruch von Jung kennen: Wenn man richtig denkt, entsteht keine mentale Aktivität. Herumgerede verschmutzt mit Namen und Formen, offene Rede ohne Komplikationen. Ohne Denken, aber doch funktionierend, immer in Funktion, aber nicht existierend -- das ohne Denken sein, von dem ich jetzt spreche, geht einher mit Denkfähigkeit. Diese Worte sind nicht dazu da, Menschen hinters Licht zu führen.
Schon seit langem existiert ein Missverständnis bezüglich dieser beiden Dinge: Das Denken still halten und ohne Denken sein. Es hat schon viele Leute gegeben, die gedacht haben, das wäre das gleiche. Es scheint gleich zu sein, aber in Wirklichkeit ist es so weit auseinander, wie zwei Dinge nur sein können, und der Gegensatz ist unüberbrückbar.
Lass uns also zuerst die genaue Bedeutung dieser beiden Worte herausfinden, denn das ganze Sutra von Ta Hui beschäftigt sich mit dem Verstehen dieses Unterschieds.
Der Unterschied ist sehr subtil. Ein Mensch, der sein Denken stillhält, und ein Mensch, der kein Denken hat, wird von außen genau gleich erscheinen, denn der Mensch, der sein Denken stillhält, ist auch still. Unterhalb seines Schweigens rumort es gewaltig, aber er lässt es nicht an die Oberfläche kommen. Er hat sich ganz unter Kontrolle.
Der Mensch mit Nicht-Denken oder ohne Denken hat nichts zu kontrollieren. Er ist einfach reine Stille, ohne dass etwas unterdrückt wird, ohne irgendeine Disziplinierung -- nur ein rein leerer Himmel.
Die Oberfläche kann sehr trügerisch sein. Bei der äußeren Erscheinung muss man sehr wachsam sein, denn beides schaut von außen gleich aus - beide sind still. Das Problem wäre gar nicht entstanden, wenn nicht das stille Denken so leicht zu erreichen wäre. Das lässt sich leicht machen. Ohne Denken zu sein ist nicht so leicht machbar; das ist nicht billig, es ist der größte Schatz in der Welt.
Das Denken kann so tun, als ob es still wäre; es kann so tun, als ob es ohne jeglichen Gedanken, ohne irgendeine Emotion wäre, aber sie sind alle nur unterdrückt, ansonsten quietschlebendig und bereit, jederzeit wieder auszubrechen. Die so genannten Religionen und ihre Heiligen sind dieser Täuschung verfallen, das Denken zu beruhigen. Wenn du ständig still dasitzt und versuchst, deine Gedanken zu kontrollieren, keine deiner Emotionen zuzulassen, keinerlei Bewegung in dir zu gestatten, wird dir das ganz allmählich zur Gewohnheit werden. Das ist die größte Täuschung in der Welt, die du dir selbst suggerieren kannst, denn alles ist genau das gleiche, nichts hat sich geändert, aber es sieht so aus, als wenn du durch eine Transformation hindurchgegangen wärst.
Der Zustand des Nichtdenkens oder des ohne Gedanken Seins ist genau entgegengesetzt zur Befriedung des Denkens - es bedeutet, über das Denken hinaus zu kommen. Es bedeutet, so eine Distanz zwischen dir selbst und dem Denken zu schaffen, dass das Denken zum fernsten Stern wird, Millionen Lichtjahre entfernt, und du bist nur ein Zuschauer. Wenn dem Denken der Mund verboten wird, bist du der Kontrolleur. Wenn das Denken nicht ist, bist du der Zuschauer. Das sind die Unterscheidungsmerkmale.
Wenn du etwas kontrollierst, stehst du unter Spannung; du kannst nicht ohne Spannung sein, denn das, was kontrolliert wird, versucht ständig gegen dich zu revoltieren, das was versklavt ist, möchte Freiheit. Dein Denken wird früher oder später explosiv Rache nehmen.
Ein Mensch, der in die Welt des Nicht-Denkens eintreten möchte, hat nur eine einzige Sache zu lernen - ein einziger Schritt und die Reise ist vorbei. Dieser einzige Schritt ist, alles aufmerksam zu tun. Du bewegst deine Hand aufmerksam; du öffnest deine Augen aufmerksam; du gehst, du machst deine Schritte achtsam, bewusst; du isst, du trinkst, aber lass es niemals zu, dass mechanisches Funktionieren von dir Besitz ergreift. Dies ist das einzige alchemistische Geheimnis der Transformation.
Ein Mensch, der alles vollbewusst machen kann, wird ein leuchtendes Phänomen. Er ist ganz Licht, und sein ganzes Leben ist voll von Duft und Blüten. Der mechanische Mensch lebt in dunklen Löchern, in dreckigen Löchern. Er kennt die Welt des Lichts nicht; er ist wie ein Blinder. Der aufmerksame Mensch ist der Mensch, der wirklich Augen hat.
Ta Hui dringt ganz langsam in die tieferen Geheimnisse der inneren Transformation ein. Er sagt:"Auch wenn du vielleicht nicht genau weißt, ob die Lehrer der verschiedenen Örtlichkeiten falsch oder richtig sind, wenn deine eigene Basis solide und ursprünglich ist, werden die Gifte falscher Lehrmeinungen dir nicht schaden können."…
Er sagt, es ist nutzlos, darüber nachzudenken, wer recht hat und wer im Unrecht ist. Es gibt tausende von Lehrmeinungen, hunderte von Philosophien, und wenn du in diesen Worten weiterhin nach Wahrheit suchst, wirst du in einem Dschungel verloren sein, wo du den Weg nicht mehr finden kannst. Alles, was du weißt, ist, wie du eine feste Grundlage in dir selbst erstellen kannst.
...."Das Denken stillhalten", und "die Sorgen vergessen" miteingeschlossen. Wenn du immer "die Sorgen vergisst" und "das Denken still hältst", ohne das Denken in den Kategorien von Geburt und Tod zu zerschmettern, dann werden sich die betörenden Einflüsse von Form, Sinnesreiz, Wahrnehmung, Wollen und Wachbewusstsein sich ihren Weg bahnen, und du wirst unvermeidlich die Leere in zwei aufteilen.
Lass dich gehen und mach dich ganz weit und ausgedehnt....
Es geht nicht darum, dass du dich getrennt von der Existenz kontrollierst; es geht darum, dass du dich los lässt und ganz weit wirst - so weit wie die Existenz selbst ist. Und im Aufmerksamsein wirst du unbegrenzt: Das ist das einzige in dir, was keine Grenzen hat.
Schau doch mal auf dein Beobachten, darauf, wie du nur noch Zeuge bist. Das ist unbegrenzt. Kein Anfang, kein Ende ...es ist formlos.
Dieses absolute Stillsein des Denkens ist ganz genau Nicht-Denken oder ohne Denken sein. Das ist keine Kontrolle, es ist keine Disziplin; es ist nicht so, dass du auf dein Denken soviel Druck ausübst, wie du nur kannst, und es so still hältst. Nein, es ist einfach nicht da. Das Haus ist leer. Da ist niemand, der kontrolliert, und da ist niemand, der kontrolliert wird. Alle Bemühungen um Kontrolle haben sich in ein einziges Aufmerksamsein aufgelöst. Dieses Aufmerksamsein ist expansiv. Hast du erst einmal auch nur ein wenig davon gekostet, wird es sich immer weiter ausdehnen bis zu den äußersten Grenzen des Universums.
Wenn alte Gewohnheiten plötzlich auftauchen, benutze nicht dein Denken, um sie zu unterdrücken. Genau dann, in dieser Situation, ist es wie eine Schneeflocke auf einem glühend heißen Ofen.
So macht er dich darauf aufmerksam, dass sogar wenn du dich schon auf dem Pfad des Aufmerksamseins bewegst, manchmal vielleicht alte Gewohnheiten wiederaufleben werden. Aber sei unbesorgt; sie sind wie Schneeflocken auf einem rotglühenden Ofen, sie werden ganz von selbst verschwinden. Du schaust einfach zu. Mach dir keine Sorgen, lass dich nicht durcheinanderbringen, mach dir keine Gedanken.
Manchmal wird Wut da sein, manchmal wird eine Sehnsucht da sein, manchmal wird Ehrgeiz da sein, aber sie können nicht dein Aufmerksamsein stören. Sie werden kommen und sie werden gehen, ohne eine Spur auf deiner spiegelgleichen Reinheit zu hinterlassen. Aber du musst dich nur an eines erinnern: Fang nicht an, mit ihnen zu kämpfen, um sie zu zerschmettern, zu zerstören und dann wegzuwerfen. Für das Denken ist das ganz natürlich: Wenn etwas falsch läuft, stürze dich darauf und mache es nieder. Dies ist das einzige, dessen du dir bewusst sein musst, denn das ist es, was es einem Menschen niemals gestattet, über das Denken hinaus zu gehen. Alte Gewohnheiten werden kommen - und alte Mechanismen sind sehr alt, viele, viele Leben alt. Deine Bewusstheit ist ganz frisch und ganz neu; dein Mechanischsein ist uralt, also ist es ganz natürlich, dass es zurückkommen wird.br>
Jemand beleidigt dich - du musst nicht wütend werden, aber plötzlich stellst du fest, dass Wut aufsteigt. Das ist nicht das Resultat einer Anstrengung, es ist bloss eine alte mechanische Gewohnheit, eine alte Reaktion. Kämpfe nicht damit, versuche nicht zu lächeln und die Wut dahinter zu verstecken. Schau ihr einfach zu, und sie wird kommen und sie wird gehen ...Wie eine Schneeflocke auf einem rotglühenden Ofen.
Für jene mit einsichtigem Scharfblick und einer geübten Hand, ein Sprung und sie sind im Freien. Nur dann kennen sie wirklich den Ausspruch von Jung, dem Untätigen: Bei richtiger Benutzung des Denkens entsteht keine mentale Aktivität. Wenn ein Mensch die Kunst des Aufmerksamseins gelernt hat, kann er auch sein Denken verwenden, und trotzdem entsteht in ihm keine mentale Aktivität.
Osho,
The Great Zen Master Ta Hui, Chapter 28

